Seltene Verkehrsmaschine der 1930er Jahre: Junkers JU-160

Mit dem Namen Junkers verbinden die meisten Freunde historischer Technik wahrscheinlich die legendäre Ju-52. Mit ihren drei Sternmotoren, der Wellblechkonstruktion und der sprichwörtlichen Gutmütigkeit ist sie bis heute einer der Publikumslieblinge bei Flugveranstaltungen.

Während die Ju-52 bis in die 1950er Jahre gebaut werden sollte, stand die Entwicklung bei Junkers nicht still. 1934 präsentierte man ein einmotoriges Schnellverkehrsflugzeug, das die „Tante Ju“ in jeder Hinsicht „alt“ ausssehen ließ, die JU-160. Hier eine originale Abbildung:

Junkers_JU-160_Löwe

© Originale Junkers-Typenkarte von 1934; Sammlung Michael Schlenger

Die JU-160 wurde zwar vom gleichen BMW-Sternmotor Typ 132 angetrieben wie die JU-52. Doch dank aerodynamischer Form, glatter Außenhaut und einziehbarem Fahrwerk erreichte die Maschine eine überlegene Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h. In der Kabine war Platz für sechs Passagiere, die Besatzung bestand aus zwei Mann.

Von den knapp 50 produzierten Maschinen des Typs Ju-160 wurden die meisten bei der Lufthansa eingesetzt, unter anderem für die Schnellverbindung von Berlin nach Wien. Viele trugen neben der offiziellen Kennung Namen von Tieren, die für Schnelligkeit und Wendigkeit stehen. Die oben abgebildete Maschine trug den Beinamen „Löwe“, wie in der Vergrößerung zu erkennen:

Junkers_JU-160_Löwe_Ausschnitt

Im Zweiten Weltkrieg übernahm die Luftwaffe alle verbliebenen JU-160. Offenbar hat keines der Flugzeuge überlebt.

Angesichts der Seltenheit dieser Flugzeugtyps darf das folgende zeitgenössische Privatfoto ebenfalls als Rarität gelten. Es zeigt eine Dame bei der Ankunft mit einer Ju-160 im Hintergrund. Der auf dem Flugfeld stehende Wagen ist nicht zu identifizieren. Es scheint sich um ein einfaches Modell der späten 1920er oder frühen 1930er Jahre zu handeln.

Junkers 160

© Originalfoto Junkers JU-160; Sammlung Michael Schlenger

Auf dem Bild zu erkennen ist die Verkleidung des Sternmotors, man ahnt den Lufthansa-Schriftzug unterhalb des Cockpits, und zwei der drei Fenster der Passagierkabine sind zu sehen.

Das Hakenkreuz am Seitenleitwerk spricht für eine Datierung ab dem Jahr 1935, vorher bestand das Hoheitszeichen deutscher Flugzeuge aus waagerechten Streifen in schwarz-weiß-rot. Auf einem englischen Sammelbild ist übrigens die oben gezeigte Maschine mit der Kennung D-UQOR ebenfalls mit dem Hakenkreuz zu sehen. Die Darstellung basiert auf einem Foto, das offenbar in den späten 1930er Jahren gemacht wurde.

Junkers_JU-160_Sammebild© Originales Zigaretten-Sammelbild von John Player & Sons; Sammlung Michael Schlenger

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