Horch – Luxury Cars from Saxony

Pictures of Horch motorcars and related documents in chronological order

© Original photos from the Michael Schlenger collection

Horch_31-60_PS_1907-09_Galerie

Horch 31/60 h.p., built from 1907 until 1909

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Horch 12/28 h.p. phaeton, built in 1910/11, advertisement from 1911

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Horch 8/24 h.p  phaeton, built starting from 1911, photo taken in the mid-1920s

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Horch 40 h.p. sedan, exhibited in 1913 in St. Petersburg (Russia)

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Horch from 1913/14 with detachable sedan body by Gläser of Dresden

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Horch phaeton, built in 1913/14, photo taken in WW1

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Horch 10/35 h.p. phaeton, built from 1922 until 1924

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Advertisement for the Horch 10/50 H.P. model, ca. 1925

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Horch 10/50 h.p. phaeton, built from 1924 until 1926, photo from the late 1920s

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Horch 10/50 h.p. sedan, built from 1924 until 1926, registration: Saxony

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Horch 8 Type 303 or 304, built in 1927/28

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Horch 8 Type 305 sedan, built from 1927 until 1928

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Horch 8 Type 305 (Weyman sedan), built in 1928, photo taken near Berlin

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Horch 8 Type 350 Pullman Cabriolet, built in 1928

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Horch 8, Type 350 Sedan-Cabriolet, built from 1928 until 1932

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Horch 8, Type 350, built from 1928 until 1932

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Horch 8 Type 400, built from 1930 until 1931, „Luftwaffe“ registration, prewar picture

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Horch 8 Type 470 „Sport-Cabriolet“, built in 1931/32

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Horch 8 Model  500, „Jupiter“ body by Ambi-Buddd, built from 1930 until 1932

Horch_8_Typ_500_Pullman-Limousine

Horch 8, Model 500, pullman, built from 1932 until 1934

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Horch 8, Model 780, built from 1932 until 1935

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Horch 830 BL cabriolet, built from 1935 until 1940, wartime picture, probably taken in Russia

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Horch 830 R „Kübelwagen“, built from 1934 until 1937, picture taken 1941 in Russia

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Horch 930V, 4-window cabriolet, built from 1937 until 1938

Aktuelle Beiträge

Auf die schiefe Bahn geraten – Renault Primaquatre

Der letzte Eintrag in diesem Oldtimerblog enthielt den Vermerk, dass manche ausländischen Vorkriegsautotypen am deutschen Markt so gut wie nicht präsent waren, aber später als Beutewagen der Wehrmacht „heim ins Reich“ geholt wurden.

Das gilt vor allem für britische und französische Modelle, von denen nur wenige nennenswerte Absatzerfolge in Deutschland erzielten. Ein solches Beispiel zeigt das Originalfoto, mit dem wir uns heute befassen:

Renault_Primaquatre_BDS2_WH_Griechenland_Ausschnitt

Renault Primaquatre; Originalfoto aus Sammlung Michael Schlenger

Wer angesichts der gepfeilten Kühlermaske an den Ford „Eifel“ in der ab 1937 gebauten Form denkt, liegt schon mal nicht schlecht.

Das Vorbild für die markante Frontpartie dieses Wagens lieferte nämlich die ebenfalls 1937 vorgestellte Version des legendären Ford V8, den wir hier irgendwann auch noch würdigen müssen.

Nicht nur die Ford-Modelle aus Köln bzw. Frankreich (Matford 13 bzw 21 CV) erhielten einen am Ford V8 orientierten Kühler, auch Renault übernahm das stilprägende Element.

Tatsächlich haben wir es auf dem Foto mit einem Renault zu tun, und zwar einem Wagen des Mittelklassetyps „Primaquatre“.

Der Renault Primaquatre war Ende 1930 als Nachfolger des urtümlichen Typs KZ vorgestellt worden. Bis zum 2. Weltkrieg wurde der technisch eher konventionelle, aber leistungsfähige Wagen stetig weiterentwickelt.

Die Motorleistung des Vierzylinders stieg auf zuletzt über 50 PS aus 2,4 Litern Hubraum. Die Höchstgeschwindigkeit des mit 1,5 Tonnen für die damalige Zeit recht schweren Wagens lag bei 120 km/h.

Der Motorleistung nicht angemessen und in dieser Klasse nicht mehr zeitgemäß waren die Seilzugbremsen und das Fahrwerk mit Starrachsen. Von seiner Konzeption her hätte der Wagen am deutschen Markt kaum Chancen gehabt.

Nach der Niederlage Frankreichs 1940 gelangten aber etliche Exemplare des Renault Primaquatre in den Fuhrpark der deutschen Wehrmacht.

Damit war in den meisten Fällen ihr Schicksal besiegelt, denn wie auch die in Deutschland massenhaft beschlagnahmten Zivil-PKW wurden sie in den anschließenden Feldzügen in Afrika, Griechenland und Russland verschlissen.

Im wahrsten Sinne des Wortes „auf die schiefe Bahn“ geraten war offenbar auch der Renault Primaquatre auf unserem Foto:

Renault_Primaquatre_BDS2_WH_Griechenland_Ausschnitt2 Der für das Baujahr 1938/39 typische Kühlergrill mit den waagerechten Streben hat schon ein wenig gelitten und die letzte Wagenwäsche liegt lange zurück.

Auf dem verdreckten Kennzeichen kann man zumindest den Anfangsbuchstaben „W“ lesen, auf den wohl ein „H“ folgte, das bei deutschen Militärfahrzeugen übliche Kürzel für „Wehrmacht Heer“.

Bislang nicht klären ließ sich, auf welche Einheit das Wappen auf dem Schutzblech verweist. Einschlägige Verzeichnisse liefern ähnliche Markierungen, aber ein hundertprozentiger Treffer ist noch nicht gelungen.

Rätselhaft sind auch die Klebestreifen auf den Scheinwerfern, die jedenfalls nicht den üblichen Tarnvorschriften entsprachen. Vermutlich wurde das Foto aber an einem Ort und zu einem Zeitpunkt gemacht, wo keine gegnerische Luftpräsenz (mehr) bestand, die eine nächtliche Verdunkelung erforderlich machte.

Dazu würde die umseitige Beschriftung des Abzugs passsen, wonach die Aufnahme einst in Griechenland entstand. Wer gerade nicht parat hat, was die Wehrmacht in Griechenland verloren hatte, dem kann geholfen werden:

Griechenland gehörte wie auch Nordafrika zu den Ländern, an denen die deutsche Führung eigentlich kein strategisches Interesse hatte – nach dem Sieg über Frankreich sollte im Frühjahr 1941 nämlich der Russlandfeldzug beginnen.

Doch hatte das verbündete Italien mit seiner ebenfalls von Großmachtsplänen beseelten Führung Ende 1940 versucht, sich auf dem Balkan auszubreiten. Der gegen den deutschen Willen gestartete Feldzug Mussolinis gegen Griechenland schlug dank des Eingreifens eines britischen Expeditionskorps fehl.

Um eine offene Flanke in Südosteuropa zu vermeiden, ordnete Berlin einen energischen Gegenstoß an. Dieser führte Ende April 1941 zum Sieg der deutschen Truppen über das britische Heer und der Besetzung Griechenlands.

Vielleicht ist unsere Aufnahme dort nach dem Ende dieses letzten erfolgreichen „Blitzkriegs“ der Wehrmacht entstanden.

Dass die Front weit weg war, verrät die friedensmäßige Kleidung des jungen Fahrers mit Schiffchen und einer hellen Arbeitsjacke aus Drillich, wie sie bei Instandhaltungsarbeiten getragen wurde:

Renault_Primaquatre_BDS1_WH_Griechenland_Ausschnitt.3jpg

Was Mensch und Maschine damals noch bevorstand, konnten die Beteiligten zum Zeitpunkt dieser Aufnahme nicht ahnen.

Doch aus heutiger Sicht wirkt die „festgefahrene“ Situation des Renault Primaquatre wie ein Menetekel des Kommenden.

Mit dem Scheitern der deutschen Offensive vor Moskau im Winter 1941 kamen die Dinge mit ungeheurer Dynamik ins Rutschen und begannen das alte Europa in einem Inferno unter sich zu begraben.

Wer einen Sinn für Geschichte hat, der spürt bei der Betrachtung solcher Fotos von Vorkriegsautos auch etwas von der Tragik des ungeheuren Kriegsgeschehens, das bis heute nachwirkt  – und sei es nur in der Trauer um das, was unwiederbringlich verloren ist und von dem nur noch ein paar alte Bilder erzählen…

© Michael Schlenger, 2017. All entries in this blog (including embedded photos) are copyrighted by the author, unless otherwise indicated. Excerpts and links may be used, provided that credit is given to Michael Schlenger and https://www.klassiker-runde-wetterau.com with appropriate and specific direction to the original content.
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