Louwman Museum: Mobile Raritäten (Vorkrieg)

Besuchenswerte Ausstellungen historischer Fahrzeuge gibt es hierzulande einige. Ausgewählte Beispiele dafür werden hier vorgestellt.

Wenn es um hochkarätige Raritäten aus der Automobilgeschichte – speziell der Vorkriegszeit – geht, dürfte allerdings keine Sammlung in Deutschland das Niveau des Louwman Museum im niederländischen Den Haag erreichen.

Die Familie Louwman sammelt bereits seit den 1930er Jahren historische Automobile von Rang und konnte sich so zahlreiche einzigartige Vertreter der automobilen Frühzeit sichern. Von den insgesamt 250 Exponaten stammen alleine über 100 aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Ein Beispiel für die Qualität der gezeigten Wagen aus dieser Zeit ist ein Spyker 60HP von 1903, der als erstes Automobil über einen Sechszylinder-Motor, Allradantrieb und Bremsen an allen vier Rädern verfügte.

Nicht weniger bedeutend ist ein herrlicher Woods Dual Power von 1917, der 80 Jahre vor dem Toyota Prius bereits mit Hybridantrieb fuhr. Apropos Toyota: Ein weiteres einzigartiges Fahrzeug aus dem Louwman Museum ist der letzte noch existierende Toyota AA, der das erste Modell der japanischen Firma war.

Interessant an diesem Wagen ist nicht nur die Geschichte seiner Wiederentdeckung, sondern auch die Tatsache, dass Toyota damit 1936 die Linien des Chrysler Airflow aufnahm. Hier eine Original-Reklame von 1934:

Chrysler_Airflow_Original-Reklame_1934

© Chrysler Airflow-Originalreklame von 1934; Sammlung Michael Schlenger

Es ist nur konsequent, dass es im Louwman Museum auch ein Exemplar des wirtschaftlich erfolglosen, doch stilistisch einflussreichen Chrysler zu sehen gibt. Übrigens eine der seltenen Gelegenheiten, dieses Fahrzeug in Europa in Augenschein zu nehmen.

Nachkriegsautos aus dem Louwman Museum findet man hier.

Auflösung der Sammlung Frederiksen

Am 26. September 2015 versteigert das Auktionshaus Bonhams die gesamte Fahrzeugsammlung des dänischen Enthusiasten Henrik Frederiksen.

Unter den Hammer kommen 48 Wagen vorwiegend der 1920er/30er Jahre, darunter zwölf Rolls-Royce der Typen Silver Ghost und Phantom, diverse Hispano-Suiza, Isotta-Fraschini, Mercedes-Benz und ein Maybach V-12 „Zeppelin„.

Stark vertreten sind daneben einstige US-Luxusmarken wie Cadillac, Duesenberg, Lincoln, Packard, Pierce-Arrow und Stutz. Ein Überblick über alle Fahrzeuge findet sich im aufwendigen Katalog von Bonhams (Download dauert länger):

Bonhams-Katalog Frederiksen-Auktion

Eine besondere Rarität ist der wohl einzige noch existierende Queen Victoria Brougham Electric von 1905. Hochauflösende Bilder dieses frühen Elektrofahrzeugs der amerikanischen Woods Motor Vehicle Company gibt es hier.

Frederiksen hat seine über Jahrzehnte aufgebaute Sammlung auf dem einstigen Adelssitz Lyngsbækgaard aufbewahrt. Auf dem herrlichen Anwesen findet auch die Auktion statt.

Der folgende, stimmungsvolle Film vermittelt einen Eindruck von der Anlage, den Autos und ihrem bodenständig gebliebenen Besitzer.

© Videoquelle YouTube; Urheberrecht: Bonhams

Sehenswert ist auch eine Bilderstrecke, die die Autos noch in ihrem alten, gediegenen Umfeld zeigt.